Autor: Daniel Güttler
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Dienstag, den 15. Dezember 2009 um 14:08 Uhr
Bahn will Güterverkehrsbahnhof in Brandenburg an der Havel stilllegen
Im Schienengüterverkehr der Deutschen Bahn sollen Berichten zufolge bis 2011 rund 4000 Stellen gestrichen und bundesweit zahlreiche Güterbahnhöfe geschlossen werden
Insgesamt würden 72 Anlagen stillgelegt, berichteten Medien und die Gewerkschaft Transnet übereinstimmend. Betroffen seien auch Brandenburg und Berlin. Dazu zählen den Angaben zufolge Güterbahnhöfe in Brandenburg an der Havel und in Prenzlau sowie drei in Spandau. Transnet kritisierte die Pläne scharf. Die Krise werde als Vorwand benutzt, um das Unternehmen wieder «auf Rendite zu trimmen», sagte Vize-Vorsitzender Wolfgang Zeil am Wochenende. Anstatt eine «Offensivstrategie zu entwickeln, fällt dem Management nichts ein als Schließen, Streichen, Schluss». Dabei verwies Zeil auf Experten, nach deren Einschätzung das Güterverkehrsaufkommen in den kommenden Jahren deutlich steigen werde.
Nach Bahn-Angaben wird es keinen "Kahlschlag in der Fläche" im Schienengüterverkehr geben. Allerdings müsse das Unternehmen auf die um ein Viertel gesunkenen Transportvolumina reagieren, sagte der Vorsitzende der DB-Güterverkehrstochter Schenker Rail, Alexander Hedderich. Er fügte hinzu: "Bei allem, was wir tun, werden wir dem langfristig prognostizierten Wachstum im Schienengüterverkehr Rechnung tragen."
Zugleich versicherte Hedderich, dass die Bahn zu dem vereinbarten Beschäftigungsbündnis stehe, das betriebsbedingte Kündigungen ausschließt. Die Betriebsräte seien "über ein Paket möglicher Maßnahmen zur Stabilisierung und Sicherung des Schienengüterverkehrs" informiert worden. In den kommenden Monaten werde darüber weiter beraten. Bislang gebe es keine Entscheidungen zu den Vorschlägen. Diese würde im Anschluss an die Gespräche in der zweiten Jahreshälfte 2010 erwartet. Eine Umsetzung soll überwiegend nach dem Jahreswechsel 2010/2011 erfolgen.