Autor: Marco Petig
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Mittwoch, den 17. Februar 2010 um 10:59 Uhr
Stasi: Pressesprecher auf eigenem Wunsch beurlaubt
Norbert Plaul alias IM „Karl“
Am Dienstag, 16.02.2010, hat die Oberbürgermeisterin Dr. Dietlind Tiemann (CDU) davon Kenntnis erlangt, dass der Pressesprecher der Stadt Brandenburg an der Havel im Rahmen einer Verpflichtung für das ehemalige MfS tätig gewesen sein soll. Nach Anhörung des Betroffenen bestätigte dieser diesen Sachverhalt gegenüber der Oberbürgermeisterin. Ihm wurde mitgeteilt, dass eine weitere Tätigkeit in seiner Funktion nicht möglich ist. Er hat daraufhin um die Entbindung von seiner Funktion gebeten. „Im Rahmen einer Einzelfallprüfung ist nun zu entscheiden, ob und gegebenenfalls in welcher Weise das Arbeitsverhältnis fortgeführt werden kann. Darüber hinaus wurde er auf seinem Wunsch beurlaubt“, wie es aus der Verwaltung zuerfahren war. Tiemann wollte sich, auf Anfrage von Havelstadt.de, zu dem Fall nicht äußern. Ob weitere Fälle in der Verwaltung der Stadt Brandenburg an der Havel vorliegen, wird auf der Grundlage des geltenden Rechts geprüft.
Am 21. September 1988 soll sich Plaul nach Angaben der „Bild“-Zeitung (Mittwochausgabe) selbst zu einer Zusammenarbeit mit der Stasi verpflichtet haben. Unter dem Decknamen „Karl“ habe er als Mitarbeiter der DDR-Botschaft im polnischen Warschau Wirtschaftsberichte weitergegeben.
Mit Plaul ist bereits der dritte Stasi-Fall in der Stadt Brandenburg seit Anfang des Jahres bekannt geworden. Zuvor hatten bereits die SPD-Stadtverordneten Thomas Reichel und Dirk Stieger Stasi-Tätigkeiten eingeräumt und ihre politischen Mandate aufgegeben. 2009 wurde aus den Reihen der LINKEN Stadtverordnete Ilona Friedland als ehemalige IM in der Stadtverordnetenversammlung enttarnt.
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