Autor: René Kretzschmar
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Freitag, den 05. März 2010 um 13:45 Uhr
Leserbrief zur bevorstehenden Pleite des HdO
Alter Wein in neuen SchläuchenAlle Jahre wieder hören die Stadtverordneten und die Bürger Brandenburgs, dass die Stadt Probleme sieht, die Jugendeinrichtung Haus der Offiziere (HdO) weiter zu fördern - so gut, so schlecht. Die Begründungen werden auch jedes Mal anders, aber nicht besser. Bisher übte man Kritik am Geschäftsführer, an verschiedenen Projekten, erinnert seit hier an Aufklärungsflyer zum Thema Drogen und, und, und. Diesmal kommt der unterschwellige Vorwurf, das Programm entspreche einer reinen Diskothek.
Was die Verwaltung jedoch anscheinend ausblendet: Die JuKuFa schafft es, unterschiedlichstes Publikum anzusprechen und dies gelingt, weil man eben auch unterschiedlichste Veranstaltungen anbieten kann, die sich nicht immer rechnen müssen (Testton, andere Konzerte, etc.). Dies ist aber nur möglich, wenn das HdO von der Stadt vernünftig gefördert wird. Welchen inneren Antrieb die Verwaltung hat, lässt sich nur ahnen. Zum einen sind es wahrscheinlich Einsparungen, zum anderen soll durch einen langen aufzehrenden Kampf ein unabhängiger Träger in die gewünschte Richtung gebogen werden.
Durch ständige Wiederholung des unwürdigen Vorgangs, alle halbe Jahre die Einrichtung infrage zu stellen, wird den Stadtverordneten und den Bürgern suggeriert, in der Einrichtung stimme etwas nicht. Ich bin der Meinung, dass dem Träger, der den Brandenburger Jugendlichen ein Programm anbietet, nicht die ihm dafür gebührende Anerkennung zuteilwird. Sicherlich wurden auch Fehler gemacht, aber wo werden außer in der Brandenburger Verwaltung, keine gemacht? Ein Fakt ist, im Jahr hat das HdO ca. 30 000 jugendliche- und erwachsene Gäste. Beim Theater sind es ca. 100 000 Besucher. Die JuKuFa erhält 180 000€ im Jahr, das Theater ca. 4.000 000€. Also könnte man leichtfertig behaupten, dass der Stadt Jugendliche nicht so viel wert sind wie Theaterbesucher. Man kann aber auch sagen, dass es der JuKuFa gelingt, mit wenigen Mitteln eine große Personengruppe anzusprechen. Der Dank dafür ist das Regelmäßige infrage stellen.
Aber eine Stadt wie Brandenburg an der Havel, die wächst und wächst, kann es sich ja anscheinend leisten aktive Menschen regelmäßig zu brüskieren. Vielleicht sollte die JuKuFa dazu übergehen Karnevals- und Schlagerveranstaltungen zu machen. Dies würde die Verwaltung bestimmt begrüßen und das passt auch vom Altersdurchschnitt besser zu unserer Stadt. Vielleicht kann man das Gebäude auch 2015 als Blumenhalle nutzen.
René Kretzschmar, Die LINKE Brandenburg an der Havel