Autor: Daniel Güttler
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Montag, den 16. August 2010 um 11:21 Uhr
Jüdische Gemeinde bekommt Tora-Rolle
Tora-Rolle ist ein Geschenk einer amerikanischen Familie
Die jüdische Gemeinde von Brandenburg an der Havel erhält eine neue Tora-Rolle aus Israel. Die Fertigstellung der Tora-Rolle soll am Mittwoch mit einem Fest auf dem Hof des jüdischen Gemeindehauses und einem Empfang im Rathaus gefeiert werden, wie die Gemeindemitteilte. ??Gast des "Hachnosas Sefer Thora – Brandenburg“-Festes wird auch Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann (CDU) sein.
Die traditionell handgeschriebenen fünf Bücher Mose - mit der Schöpfungsgeschichte, den Überlieferungen der Geschichte des jüdischen Volkes sowie mit zahlreichen Gesetzen und Vorschriften - sind nach Angaben der Gemeinde das Geschenk einer amerikanischen Familie aus Anlass einer Bar-Mizwa-Feier. Abschnitte aus der Tora-Schriftrolle werden im jüdischen Gottesdienst vorgetragen. ??Der jüdischen Gemeinde von Brandenburg an der Havel gehören nach eigenen Angaben rund 160 Mitglieder an.
Bedeutung: Bar Mitzwa
Im Judentum sind Bar Mitzwa (hebräisch: ?? ????, Sohn der Pflicht) und Bat Mitzwa (?? ????, Tochter der Pflicht, aschkenasisch: Bas Mitzwa), Mehrzahl (männlich) B'nei Mitzwa, die Begriffe, welche die religiöse Mündigkeit für Jungen im Alter von 13 Jahren und für Mädchen im Alter von 12 Jahren (im liberalen Judentum auch im Alter von 13 Jahren) bezeichnen.
Die Begriffe bezeichnen einerseits den Status des religionsmündigen jüdischen Jugendlichen, andererseits den Tag, an dem dieser die Religionsmündigkeit erwirbt, und die oft damit verbundene Feier.
Grundlage
Grundlage ist die rechtliche Regelung gemäß dem jüdischen Recht über den Zeitpunkt, ab dem ein Junge für die Beachtung und Einhaltung der jüdischen Gebote (Mitzwot, Einzahl Mitzwa) verantwortlich ist. Dieser Übergangsritus geht mit der physiologischen Pubertät einher. Der Bar Mitzwa oder die Bat Mitzwa darf von da an auch religiöse Aufgaben erfüllen, etwa in der Synagoge aus der Tora vorlesen. Dazu gehört auch das Legen von Tefillin, d. h. Lederkapseln, die Tora-Stellen auf Pergament enthalten und mit Lederriemen an Hand und Kopf befestigt werden.
Bar Mitzwa – der Tag der Übernahme der Pflicht
Es hat sich die Tradition entwickelt, dass die Jugendlichen auf diesen Tag hin lernen, den hebräischen (nicht vokalisierten) Tora-Abschnitt vorzulesen oder sogar die Tora vorzusingen. Dieser „erste Tora-Aufruf“, bei dem im allgemeinen der Abschnitt Maftir und anschließend die Haftara (öffentliche Lesung aus den Prophetenbüchern) vorgetragen werden, wird feierlich begangen. In einer ehrenvollen Zeremonie wird der Junge oder das Mädchen an diesem Festtag in die Gemeinde, in den Bund Abrahams, aufgenommen, und zwar in der Regel am Schabbat nach dem 13. Geburtstag des männlichen Jugendlichen bzw. nach dem 12. Geburtstag der weiblichen Jugendlichen, im liberalen Judentum auch im Alter von 13 Jahren. In Reform- und teilweise auch in konservativen Gemeinden werden auch Frauen zum Lesen aus der Tora angehalten. Die Jugendlichen werden an der Bar Mitzwa erstmals voll in den Gottesdienst mit einbezogen. Zuvor wird auch geprüft, ob die Bedingungen für eine Aufnahme gegeben sind. Voraussetzungen sind u. a. Kenntnisse der jüdischen Religion und die Beherrschung der hebräischen Sprache, da im jüdischen Gottesdienst zyklisch regelmäßig aus der Tora vorgelesen wird. Das Erlernen der hebräischen Sprache und Schrift erfolgte vom Mittelalter bis zur Haskala im Cheder. Die Bat Mitzwa (?? ?????; hebr. „Tochter des Gebots“ , jiddisch: Bas Mitzwe) – die entsprechende Zeremonie für Mädchen, die mit dem 12. Geburtstag begangen wird – wurde 1922 durch den Begründer des Rekonstruktionismus, Mordecai Kaplan, eingeführt und hat sich seitdem weithin durchgesetzt. Es handelte sich bei dieser ersten Bat Mitzwa um seine Tochter.
(Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Bar_Mitzwa)