Autor: Marco Petig
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Samstag, den 05. Juni 2010 um 10:18 Uhr
Von der Eiszeit in die Gegenwart – Schichtenturm im Landesmuseum übergeben
Im Schichtenturm werden 50 000 Jahre auf 50 Quadratmetern gezeigt
Wieviel Zeit sind von der Eiszeit bis zur heutigen Gegenwart vergangen? Wie kann man diese Zeit auf nur 50 Quadratmetern veranschaulichen? Fragen, die die das Brandenburger Landesmuseum im Paulikloster in einer neuen spektakulären und europaweiten einmaligen Ausstellung versucht zubeantworten.
Dieses nahm der Brandenburger Künstler Thomas Bartel vor einem 4/3 Jahr zum Anlass, mit Hilfe eines sogenannten Schichtenturms, die einzelnen Erdschichten der Jahrtausendenden des märkischen Bodens anschaulich zumachen.
 Künsler Thomas Bartel |
 Der Kontrast von der Geschichte in die Gegenwart |
Künstlerisch setzte Bartel anhand für Brandenburg typischem Eckhaus samt Keller und Boden zu Anlass, Schicht für Schicht zu zeigen, dass die Ausstellung eine Zeitgeschichte: Mit der bronzezeitlichen Urnenbestattung, Skelettgrab der Slawen, Brandschichten der ersten Holzbauten unter denen ihrer steinernen Nachfolger, ist. Knüppeldamm, Ziegelstraße, Pflaster ergänzen das unglaublich detailreiche Bild, das gar keines ist.
Rainer Kossian, Ausstellungschef im Archäologischen Landesmuseum, und Stadtarchäologe Joachim Müller saßen zusammen, der Museums-Mann fragte den Stadtverwalter, ob er jemanden kenne, der so eine Idee visuell umsetzen könne. Der Gefragte deutete nur auf den nebenan sitzenden Künstler. Bartel nahm das Angebot gerne an, wie er am Rande der feierlichen Eröffnung am Freitagnachmittag verwies.
Ganz neu war es für Bartel nicht, in die Vergangenheit zusuchen: Als Grabungshelfer besitzt er Erfahrungen in Archäologie, als Maler ein Gespür für Formen und Farben, wie Museumsleiter Prof. Dr. Schopper in seiner Eröffnungsrede betonte.
Bartel musste aber leicht zugeben, dass das Kunststück – aus statischen Gründen – und ein vier Meter hoher Schichtenturm aus echten Materialien selbst die Klosterdecke im ersten OG durchbrechen würde, sind 97 Prozent des Turms aus Sperrholz, Bauschaum und Styropor. Bemalt wurden die Materialien mit Dispersionsfarben, die nicht verblassen oder ausgasen – aber verblüfften echt wirken.
Fachlich begleitet haben die Arbeiten Kossian, Müller und Martin Petzel aus Frankfurt (Oder), die schon mal protestierten, wenn sich eine glasierte Scherbe in einer mittelalterlichen Baugrube fand.

Mit großer Interesse liessen sich die Besucher der feierlichen Ausstellungseröffung vom Künstler die einzelnen Elemente des Kunstwerkes erklären