Autor: Marco Petig
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Samstag, den 29. Mai 2010 um 00:42 Uhr
Klinikum: Mit moderner Technik für alle Eventualitäten vorbereitet
Städtisches Klinikum mit neuen Großraumgeräten ausgerüstet
Das Städtische Klinikum Brandenburg an der Havel kann mit weiteren Großgeräten, wie unter anderem ein zusätzliches MRT-Gerät, zwei Linksherzkathetermesseplätze für die Kardiologie sowie eine Mammografieeinheit für eine verbesserte medizinische Versorgung der Patienten leisten. „In den letzten Monaten konnten dank der engeren Zusammenarbeit zwischen der Stadt Brandenburg an der Havel und der Stadtverordneten einerseits sowie des Aufsichtsrates des Städtischen Klinikums Brandenburg GmbH andererseits weitreichende und zukunftsträchtige Entscheidungen zur Anschaffung von mehreren medizinischen Großgeräten getroffenen werden“, wie Geschäftsführerin des Städtischem Klinikums, Gabriele Wolter, betonte. Neben den Eigeninvestitionen des Klinikums gehören dazu auch Investitionen, die aus Mitteln des Konjunkturprogramms II des Bundes realisiert werden konnten. Diese Mittel wurden von der Stadt Brandenburg an der Havel als Investitionszuschuss bereitgestellt.
Die gesamte Investitionssumme beträgt ca. 3,4 Millionen Euro, darauf ergibt sich: 1 Mio. Euro für die neue Linksherz-Einheit, 230.000 Euro für das Mammorafie-Gerät, 245,000 Euro für die Gammakamera und weitere Mittel für das neue MRT (1,6 Mio. Euro) sowie 294.000 Euro aus dem Konjunkturmittelprogramm für Reinigungs- und Desinfektionsgerät und C-Bögen.

Prof. Dr. med. M. Oeff erklärt SPD-Stadtverordnete Margit Spielmann das Verfahren beim Öffnen eines Herzkatheters durch die Anwendung eines Ballons.

Einer der neuen Linksherzkathetermesseplätze für die Kardiologie
Was bittet der neue MR-Tomograph Achieva 3 Tesla TX mit der MultiTransmit-Technologie klinische 3 T-MRT-Leistung auf einem ganz neuen Niveau?
„Die parallele Sendetechnik MultiTransmit bekämpft dielektrische Artefakte auf der Entstehungsseite durch den parallelen Einsatz unabhängiger HF-Sender. Mit diesem von PHILIPS entwickelten und patentierten Verfahren sind die bisherigen Limitationen der 3-T-Bildgebung für Untersuchungen am Körperstamm, wie der Brustdrüse oder von Bauchorganen Vergangenheit“, wie die Chefärztin der Radiologie am Klinikum, Dr. med. B. Menzel, erklärte.

Das neue MRT-Großgerät am Klinikum
Das Verfahren wurde von PHILIPS 2008 auf dem amerikanischen Röntgenkongress erstmals präsentiert und im r. Quartal 2009 klinisch eingesetzt (in Deutschland in der Universität Bonn). „Derzeit sind außer in der Universität Bonn noch vier TX-Systeme in München, zwei in Frankfurt am Main und eines in Bad Oeynhausen in Betrieb und jetzt auch im Städtischen Klinikum Brandenburg. Bis Jahresende 2010 wird es deutschlandweit 14 Systeme dieser Art geben. Ohne MultiTransmit führen die dielektrischen Artefakte im Hochfeld-MRT zu nicht voraussagbaren Verfälschungen der Signalintensität, teilweise mit Absenkung (Schattenbildungen), teilweise mit Anhebungen der Signalintensität“, fügt die Chefärztin weiter an.
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Diese Artefakte veranlassten Frau Prof. Kuhl dazu, so Menzel, auf dem Röntgenkongress 2007 vor dem Einsatz der 3-T-Bildgebung in der MRT-Untersuchung der Brustdrüse zu warnen, weil die Gefahr bestand, vorhandene Tumor-Kontrastmittelaufnahmen nicht nachzuweisen bzw. Kontrastmittelaufnahmen vorzutäuschen. In der Bauchbildgebung führten Schattenbildungen teilweise zum vollständigen Verlust der beurteil barke i 1. „Dank der MultiTransmit-Technologie können wir jetzt die 3-T-Bildgebung für Untersuchungen am Körperstamm ohne solche Verfälschungsrisiken einsetzen. Das im Vergleich zum 1 T-Gerät etwa dreimal höhere Signal der 3-T-Bildgebung wird benutzt, um kleinere Strukturen sichtbar und Untersuchungen schneller zu machen. Dabei bringt die MultiTransmit-Technologie weitere Verbesserungen, indem lokale Überwärmungen im Körper sogenannte "Hotspots" durch die Anpassung der HF-Pulse an die Anatomie des jeweiligen Patienten verhindert werden“, verweist Menzel weiter.
Untersuchungsmöglichkeiten mit dem neuen Gerät:
- Veränderungen im Zellstoffwechsel erfassen, was insbesondere in der Diagnostik und Ausbreitungsdiagnostik von Tumoren zum Einsatz kommen wird.
- Die Ganzkörperbildgebung sowohl bei Tumorpatienten als auch bei Patienten mit Gefäßerkrankungen. Gefaßuntersuchungen auch an sehr kleinen Gefäßen mit hoher zeitlicher Auflösung als Ersatz diagnostischer Katheterangiographien mit Einbringung eines Kathetersystems in die Arterien.
- Eine umfassende Herzbildgebung bei gleichzeitiger Reduktion der Untersuchungszeit.
- Die Verbesserung der Diagnostik für die Hirntumorpatienten durch die Darstellung von Nervenbahnen im Gehirn und der Hirnfunktion.
- Ganz besonders hervorzuheben ist ein spezieller Untersuchungstisch mit integrie11en, hochauflösenden Spulen für die MRT-Bildgebung der Brustdrüse mit der Möglichkeit aus krankhaftveränderten Arealen der Brustdrüse Gewebeproben entnehmen zu können. Dieses Verfahren wird allen Patientinnen des Brustzentrums am Hause zur Verfügung stehen. Wir werden allen Brustkrebspatientinnen die MRT-Untersuchung der Brustdrüse präoperativ anbieten, um die wahren Tumorgrenzen besser und zuverlässiger als dies mit Mammografie und Ultraschall alleine möglich ist zu erfassen und das operative Verfahren entsprechend anzupassen. Dadurch sollen Nachresektionen einerseits und Tumorrezidive in der operierten Brust andererseits vermieden werden.
Die Einarbeitung am 3-T-MRT-Gerät läuft in mehreren Etappen. Das Klinikum geht davon aus, dass im November 2010 das gesamte Untersuchungsspektrum in der klinischen Routine etabliert sein wird. Zurzeit laufen Basisuntersuchungen von Gelenken, Wirbelsäule, Kopfund Abdomen, Angiographien, Funktionsuntersuchungen, Ganzkörperbildgebung, Spektroskopien werden schrittweise hinzukommen. Ab August steht die Untersuchung der Brustdrüse mit Intervention zur Verfügung.