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    Autor: Marco Petig
  | Samstag, den 26. Juni 2010 um 17:34 Uhr

Citynews

Pfarrer Richard Rupprecht feiererlich verabschiedet

Pfarrgemeinde verabschiedete mit einem Festgotttestdienst ihren Pfarrer

Pfarrer_RupprechtBis auf dem Vorplatz der Kirche „Hl. Dreifaltigkeit“ standen Schwestern, Brüder und Freunde der Gemeinde am Samstagnachmittag beim Festgotttestdienst zur Verabschiedung des Langjährigen Gemeindepfarrers Richard Rupprecht.

Vor 25 Jahren wurde Richard Rupprecht vom damaligen Bischof von Berlin, Joachim Kardinal Meisner, zum Pfarrer der Gemeinde „Hl. Dreifaltigkeit“ in Brandenburg und zum Administrator der Gemeinde „Hl. Familie“ in Lehnin-Jeserig ernannt. „Im Laufe der Jahre sind die Gemeinden „St. Elisabeth“ und „St. Bernhard“ hinzugekommen, sodass heute durch die Fusion aller Gemeinden zu einer „großen Gemeinde vereinigt sind“, wie Rupprecht in seinem Abschiedsbrief an seiner Gemeinde darlegt.

 

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Festgottestdienst in der Kirche „Hl. Dreifaltigkeit“

Am 31. Juli dieses Jahres endet sein Dienst als Pfarrer dieser Gemeinde und wird mit nunmehr gut 71 Jahren den Ruhestand antreten. „Ich werde in Werder in einem Haus neben der katholischen Kirche `Maria Meeresstern´ eine Wohnung beziehen, mich zuerst ein wenig erholen und dann für Vertretungen im Bistum und für punktuelle seelsorgliche Aufgaben zur Verfügung stehen“, verweist der Pfarrer, der weit über seine Gemeinde beliebt ist. „Da ich mich nicht von allen Gemeindemitgliedern persönlich verabschieden kann, möchte ich mit diesem Gemeindebrief allen danke und Auf Wiedersehen sagen“, fügt Rupprecht hinzu.

„Wenn ich auf die 25 Jahre meiner Tätigkeit in Brandenburg und Lehnin-Jeserig zurückschaue, bewegt mich zuallererst große Dankbarkeit. Gott hat mir die nötige Gesundheit und Begabung geschenkt, die verantwortliche Aufgabe als Pfarrer wahrnehmen zu können. Neben vielen Verpflichtungen war es mein vorrangiges Anliegen, die seelsorglichen Aufgaben zu erfüllen und der Einheit der Gemeinde zu dienen. In diesem Bemühen standen mir viele zur Seite, denen ich sehr dankbar bin. Dazu gehören, ohne dass ich sie namentlich aufzählen möchte, die jeweiligen Kapläne, die Patres der Gemeinschaft der Redemptoristen und der Diakon. Sodann die Mitarbeiterinnen, die den Dienst der Gemeindereferentin wahrgenommen haben, alle Kirchenmusiker, die eine würdige Liturgie ermöglicht haben und schließlich die Mitarbeiter/innen, die im technischen und Verwaltungsdienst zuverlässig gearbeitet haben. Wichtig war auch der Beitrag der Ordensschwestern, die im caritativen wie im pastoralen Dienst segensreich gewirkt haben“, blickt Rupprecht in den bewegenden Jahren im Dienst des Herrrn zurück.

Rupprecht fügt hinzu: „Keine Gemeinde kann ihren geistlichen Auftrag erfüllen, wenn nicht auch ehrenamtliche Mitarbeiter/innen zur Verfügung stehen. Hierbei denke ich an die Gremien Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat, die immer in großer Verantwortung ihren Auftrag für die Gemeinde wahrgenommen haben. Darüber hinaus haben viele Frauen, Männer, Jugendliche und Kinder ihren Einsatz für ein lebendiges Gemeindeleben geleistet. Der Ehrenamtstag am 6. Januar war immer ein überzeugendes Zeichen dieses ehrenamtlichen Engagements, für das ich sehr dankbar bin. Dankbar erwähnen möchte ich auch die Mitarbeiter/innen aller katholischen Einrichtungen in unserer Gemeinde: Kindertagesstätte, St. Marienkrankenhaus, Caritas-Seniorenzentrum St. Benedikt, Club am Turm und die Beratungsstellen der Caritas. Das Bemühen, diese Einrichtungen auch in das Gemeindeleben zu integrieren und entsprechend Brücken zu bauen, war auf allen Seiten offensichtlich.“

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Dankbar ist Rupprecht auch für die „fruchtbare ökumenische Zusammenarbeit in unserer Stadt und auf dem Land, die sich in vielen gemeinsamen Aktivitäten äußerte und immer auch von persönlichem Wohlwollen untereinander getragen war“. „Auch mit den weltlichen Behörden gab es in vielen Bereichen eine gute Zusammenarbeit, die vor allem in Bauvorhaben und im Ausbau der Institutionen ihren Ausdruck fand“.

Das aktive Engagement vieler Gemeindemitglieder lässt sich an Aktionen verschiedenster Art ablesen: „Aber es gibt auch das geistliche Engagement derer, die keine besonderen Aufgaben wahrnehmen können, die aber durch ihre Glaubenstreue, ihr Gebet und durch ihr in christlicher Hoffnung getragenes Leiden ganz wesentlich zur geistlichen Stärkung der Gemeinde beitragen. Ohne diese geistliche Dimension läuft eine Gemeinde Gefahr, sich in äußeren Aktionen zu verlieren. Deshalb bin ich für diesen geistlichen Dienst, den ich vielfach erfahren habe, besonders dankbar“, resumierte der Pfarrer.

Weiter schreibt Rupprecht in seinem Gemeindebrief: „In den vergangenen 25 Jahren mussten wir als Gemeinde viele Herausforderungen annehmen und bestehen. Ich denke an die Ereignisse der Wende, den Ausbau unseres Gemeindehauses und des Pater-Engler-Hauses in Lehnin, die Übernahme und Sanierung der St. Nikolai Kirche und ihre Eingliederung in das Gemeindeleben, die Sanierung unserer Pfarrkirche mit dem großartigen Projekt den neuen Kirchenfenstern, die Sanierung fast aller Gebäude, die zu unserer Gemeinde gehören, die Personalreduzierungen wegen der notwendigen Sparmaßnahmen des Erzbistums, die Fusion aller Gemeinden zu einer Gesamtgemeinde. Dank aller besonnenen Kräfte ist es gelungen, diese Herausforderungen zu meistern, sodass die Gemeinde, wenn auch auf schmalerer personeller und materieller Basis, auch in Zukunft die wesentlichen pastoralen Aufgaben wahrnehmen kann. Bei dieser positiven Bilanz kann ich freilich nicht verschweigen, was mich beim Abschied von der Gemeinde bedrückt. Persönlich habe ich mich zwar bemüht, die vielfältigen Aufgaben zu erfüllen und den Anliegen der Menschen zu dienen. Dies ist mir nur sehr begrenzt gelungen und manche Gemeindemitglieder habe ich auch enttäuscht und verletzt und habe ihnen nicht die Aufmerksamkeit gewidmet, die sie erwartet und verdient haben. Alle, die solches erfahren haben, bitte ich um Nachsicht und Vergebung.“

Sorge macht Rupprecht auch seit Jahren der „schleichende Weggang zu vieler von der Kirche, auch von Gemeindemitgliedern, von denen dies nicht zu erwarten war“. „Wir haben durch die Wende viel gewonnen an gesellschaftlichen und materiellen Möglichkeiten. Aber damit einher geht eine zunehmende Gottvergessenheit, die auch in unserer Gemeinde spürbar ist. Freilich findet man Gründe, dies zu rechtfertigen, weil man mit bestimmten Dingen der `Institution´ Kirche nicht einverstanden ist. Aber wer Gott sucht und das Leben in Christus, der steht zur Kirche, auch wenn nicht alles stimmig ist und sein kann. Der Weggang von der Gemeinschaft der Glaubenden ist keine Alternative für den, dem am Leben aus Glauben gelegen ist“, kritisiert Rupprecht.

„Das geistliche Defizit wird auch darin deutlich, dass z.Zt. kein Jugendlicher aus unserer Gemeinde auf dem Weg zum Priestertum ist oder eine Ordensberufung erkennbar wäre, während wir in vergangenen Jahren Gott sei Dank mehrfach erleben durften, dass junge Leute aus unserer Gemeinde einer geistlichen Berufung gefolgt sind. Aus meiner langjährigen Diensterfahrung im „Weinberg des Herrn“ kann ich sagen, dass dieser Dienst sicher anspruchsvoll ist, gleichzeitig aber mit tiefer persönlicher Erfüllung verbunden ist. Mit diesen sorgenvollen Bemerkungen will ich keinen Pessimismus verbreiten, sondern geistliche Verantwortung wecken. Wenn Jesus seiner Kirche verheißen hat „Ich bin bei Euch alle Tage bis zum Ende der Welt“, dann besteht zur Resignation kein Grund. Aber Jesus erwartet auch die Mitarbeit seiner Jünger/innen, und diese dürfen wir ihm nicht verweigern!“

Abschließend möchte Rupprecht seine Dankbarkeit zum Ausdruck bringen und schreibt: „So bewegt mich Dankbarkeit und Sorge gleichermaßen am Ende meiner 46-jährigen Dienstzeit als Priester überhaupt und nach 25 Jahren als Pfarrer in Brandenburg und Lehnin-Jeserig. Wer mit mir zum Abschied Dankbarkeit, Sorge und Hoffnung teilen möchte, den lade ich ein zu einem Fest des Dankes und des Gebetes am Sonnabend, d. 26. Juni um 14 Uhr in unser Gemeindezentrum. Näheres ist dem Programm zu entnehmen, das der Pfarrgemeinderat mit vielen Mitarbeiter/innen vorbereitet hat und das Sie diesem Gemeindebrief entnehmen können. Mit der Bitte um Gottes Segen für Sie persönlich und für die Gemeinde „Hl. Dreifaltigkeit“ verabschiede ich mich. Und wenn Sie auch mir gelegentlich ein Gebet zuwenden, bin ich Ihnen sehr dankbar!“

 

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