Autor: Marco Petig
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Dienstag, den 07. Februar 2012 um 17:01 Uhr
Stadtwerke sichern trotz Eiseskälte zuverlässig Strom, Erdgas und Wärme in der Stadt zu
Eine Nacht mit Decke, Tee und Schokolade in der Umformerstation Nord
Blockheizkraftwerk Zauchenstraße Foto: ArchivDie sibirische Kälte hat auch die Stadt Brandenburg an der Havel fest im Griff. Dennoch sind alle Brandenburger während der Frosttage in der Stadt ohne Unterbrechungen und Störungen mit Strom, Wärme und Erdgas versorgt worden. Nicht unbedingt selbstverständlich, wie größere Fernwärmeausfälle z. B. in Berlin zeigen. Bei eisigen Temperaturen werden in den Wohnungen natürlich die Heizungen höher gestellt, es wird mehr Strom und Erdgas gebraucht. Das bedeutet, dass auch die Generatoren im Heizkraftwerk, die Blockheizkraftwerke und die Fernwärmeeinrichtungen der Stadtwerke auf Hochtouren laufen.
Doch nicht nur die Maschinen haben mehr zu tun, auch die StWB-Mitarbeiter sind mehr als sonst gefordert. „Unser Bereitschaftsdienst ist bei solchen Temperaturen natürlich häufiger im Einsatz. Wir tun allerdings alles dafür, dass die Brandenburger von diesen Einsätzen nichts merken und trotz Kälte rundum mit Strom, Wärme und Erdgas versorgt werden," versichert W.-Michael Schwarz, technischer Geschäftsführer der Stadtwerke. Das ist bislang hervorragend gelungen, denn die täglichen Protokolle mit Störungsmeldungen weisen keine Stromunterbrechungen oder größeren Störungen aus.
Allerdings erfordern besondere Situationen im Hintergrund auch besonderer Maßnahmen. So erschienen abends am 1. Februar 2012 in der Leitwarte des Heizkraftwerkes mehrere Störungsmeldungen aus der Umformstation Nord, eine Station, die wichtig ist für die fernwärmeversorgten Wohnungen im Stadtgebiet Nord. Hier sind sogenannte Umwälzpumpen installiert, die Wärme, also heißes Wasser aus dem Heizkraftwerk umpumpen, damit es über die Fernwärmeleitungen die Wohnungen heizt. Wenn diese Pumpen ausfallen, kann kein heißes Wasser nachgedrückt werden, die Wohnungen bleiben kalt. „Wir haben sofort den Bereitschaftsdienst in die Umformstation geschickt und manuell die Steuerung der Umwälzpumpen vorgenommen," berichtet W.-Michael Schwarz.
Bis 22 Uhr war Stefan Walter vom Netzschutz vor Ort. Immer wieder ging der Frequenz-Umrichter, der die Umwälzpumpen steuert, in Störung. Eine besondere Situation – schließlich sollte unbedingt vermieden werden, dass die fernwärmeversorgten Wohnungen bei Minusgraden kalt bleiben. Also blieb der Bereitschaftsdienst, Peter Schwinning die Nacht über in der Umformstation, natürlich mit Decken und Tee versorgt. „So eine Nachtschicht direkt vor Ort in einer Station ist heutzutage natürlich die absolute Ausnahme. Aber wenn eine extreme Situation wie diese eintritt, ist das unser Job", erzählt Peter Schwinning. (Übrigens: Vom technischen Geschäftsführer persönlich gab es für die Vor-Ort-Nachtschicht sogenannte „Fliegerschokolade" zum Durchhalten ...)
Im Heizkraftwerk in der Upstallstraße wurden Strom und Wärme in erhöhter Fahrweise produziert und ohne Unterbrechungen an die Kunden der Stadtwerke verteilt. „Diese zuverlässige Energieversorgung auch in extremen Wetterlagen haben wir auch unseren Investitionen in den vergangenen Jahren zu verdanken. Natürlich wird die gesamte Technik der Kraftwerke regelmäßig gewartet, kontrolliert und repariert. Diese gewissenhafte Arbeit zahlt sich in solchen extremen Witterungseinflüssen aus," erläutert W. - Michael Schwarz, technischer Geschäftsführer der Stadtwerke Brandenburg an der Havel die vorsorglichen Maßnahmen.
Für die Kunden bedeuten die kalten Tage natürlich einen Mehrverbrauch an Energie, vor allem wegen der Heizungen. Umso wichtiger ist ein effektiver Einsatz der Energie im Haushalt. Beratungen dazu bieten die Stadtwerke Brandenburg (StWB) seinen Kunden gern an. Ansprechpartner: Volker Schoeps, Tel. 0 33 81/752-248.
Fakten zur Wärmeabnahme vom Montag, 6. Februar 2012:
- HKW in der Upstallstraße 42 MW
- Heizwerk West – 11 MW
- Blockheizkraftwerk Zauchenstraße 2 MW
- Blockheizkraftwerk Warschauer Straße 2 MW
Insgesamt sind das etwa 20 – 25 Prozent mehr Abnahmemengen als an normal kalten Wintertagen.