Autor: Marco Petig
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Mittwoch, den 01. September 2010 um 18:47 Uhr
Kunstausstellung: Angela Merkel als Vorbild
Eva Weymann: die „Angela Merkel der Malerei feat. Georges Clemenceau“ / Freitag Vernissage in der Kunsthalle Brennabor
Auf der Suche nach Interieurmotiven bei einem Arbeitsstipendium des DAAD in Paris entdeckte Eva Weymann das Museum Georges Clemenceau. Es handelt sich um die konservierte Wohnung des Autors, Politikers und Künstlerfreundes Clemenceau in der Nähe des Eiffelturms. In dieser Wohnung steht die Zeit still: Seit seinem Tod, am 24. November 1929, ist nahezu nichts verändert worden. Seine Pantoffeln liegen vor dem Bett, seine Zahnbürste steht im Bad.
Fasziniert von der Persönlichkeit Clemenceau und der Intensität seiner Wohnräume, schlüpft Eva Weymann in die Rolle der Bundeskanzlerin Angela Merkel – als eine starke und einzige politisch mächtige Frau - der Malerei, um vor Georges Clemenceau einen Knicks zu machen. Er ist es, bei dem man sich für Monets Seerosendekoration im Musée de l´Orangerie in Paris bedanken muss. Was er tagtäglich in seinen Augenwinkeln sah, ist Gegenstand dieser Bilder.
Die zweifache Mutter lebte ein Jahr in Paris und hatte unter anderem die Möglichkeit, von Georges Clemenceau Hinterlassenschaften inspirieren lassen. Die in Düsseldorf bei Jannis Kounellis und Thomas Ruff studiert hat, arbeitet meistens nach fremden oder selbst geschossenen Fotovorlagen. Diese haben für sie wie für eine ganze Reihe zeitgenössischer Künstler zu einem großen Teil das früher gepflegte Skizzenbuch ersetzt, wie sie schmunzeln betonte, und sie baut darüber hinaus, eine Brücke in die Realität - und das Verhältnis von Kunst und Realität ist, spätestens seit dem 18. Jahrhundert, eine der großen Triebfedern der Künstlerin.

Auf die Frage, warum sie ihre Ausstellung in der Kunsthalle Brennabor unter den Namen „Angela Merkel der Malerei feat. Georges Clemenceau“ gestellt hatte. Beantwortet sie, dass die Bundeskanzlerin als ein Symbol für die Emanzipation, als eine Frau, die es bis an die Spitze geschafft hat, sieht und sich selbst sagt, „das kann ich auch“. Die Künstlerin fügt hinzu: „Wird jemand nach fünf bekannten Deutschen Malern gefragt, fallen ihm auf Anhieb welche ein. Fragt man nach Malerinnen, ist das schon anders“. Dieser fiel Weymann beim Lesen des Buches „Der Weg des Künstlers“ ein. Dort hieß es, „man müsse sich klar werden, was man will“. Die Resultate kann der Besucher ab kommenden Freitag (03.09.2010 um 18:00 Uhr) zur Vernissage erleben. Die Ausstellung ist bis zum 08.10.2010 täglich geöffnet.